Drei Antworten von Sandra Schneider zum Thema MiGeL

Sandra Schneider, lic. iur., Rechtsanwältin, ist im Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellvertretende Leiterin des Direktionsbereichs Kranken- und Unfallversicherung. Sie leitet dort die Abteilung Leistungen und war bereits zuvor beim Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) für diesen Bereich zuständig. Das Geschäftsfeld Kranken- und Unfallversicherung (KUV) wechselte 2004 vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) ins Bundesamt für Gesundheit (BAG).


Frau Schneider, was ist auf der Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) zu finden?

Die Mittel- und Gegenständeliste (MiGeL) regelt die Kostenübernahme bei den Produkten, welche die Patientinnen und Patienten auf ärztliche Verordnung erhalten und selbst anwenden können. Die Liste ist in 20 Produktgruppen unterteilt, beispielsweise Blutzuckermessgeräte und -streifen, Inhalationsgeräte, Bandagen, Gehhilfen oder Inkontinenzhilfen. Damit die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) diese Produkte übernimmt, müssen sie in der Schweiz zugelassen sein. Aufgrund der OKP-Statistik des BAG ist von rund 400 Millionen Franken auszugehen, die von der OKP übernommen werden.

Wie werden die Tarife festgelegt?

Die Hersteller können die Artikelpreise frei festlegen, aber die OKP erstattet die Kosten nur bis zu einem Höchstvergütungsbetrag, der in der Regel dem Durchschnittspreis der vergleichbaren Produkte auf dem Markt entspricht. Auch die Preise im Ausland werden berücksichtigt. Das BAG passt die Höchstvergütungsbeträge für bestimmte Artikel regelmässig an, denn seit ihrer Aufnahme in die Liste sind bei manchen Produkten die Preise gesunken. In den letzten Jahren wurden mehrmals die Höchstvergütungsbeträge bei den drei umsatzmässig wichtigsten Produktgruppen (zum Beispiel Blutzuckerstreifen) der MiGeL stark gesenkt. So konnten Einsparungen von mehreren Millionen Franken pro Jahr erzielt werden.

Die MiGeL wird derzeit revidiert. Welche Ziele verfolgt die Revision?

Die MiGeL wurde vor über zwanzig Jahren erstellt. Deshalb werden nun ihre Struktur sowie die für bestimmte Mittel und Gegenstände festgelegten Höchstvergütungsbeträge überarbeitet. Das BAG hat im Dezember 2015 ein Revisionsprojekt gestartet. Die Absicht ist, die MiGeL neu zu gestalten, die Höchstvergütungsbeträge aufgrund des medizinisch-technischen Fortschritts und der Preisentwicklung anzupassen und ein System zur Überprüfung in regelmässigen Zeitabständen einzuführen. Die Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Bis Ende 2019 sollte die gesamte Liste überarbeitet sein.

Doris Durrer

Doris Durrer

Fachspezialistin Kommunikation

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