Pflegestufen-Controlling: Einsparungen in Millionenhöhe möglich

Die Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sind oftmals in der falschen Pflegestufe eingeteilt. Das Sparpotenzial ist gross. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Für die Beurteilung der Pflegestufe wird häufig das Bedarfsklärungs-und Abrechnungssystem BESA genutzt. Wird darin eine Bewohnerin in der Pflegestufe vier statt zwei geführt, bedeutet dies für die Krankenkasse, dass sie pro Tag 36 Franken anstatt 18 Franken bezahlt. Also das Doppelte. Hochgerechnet auf ein Jahr sind das Mehrkosten von 6 500 Franken. Bei der öffentlichen Hand, die sich ebenfalls an den Pflegekosten beteiligt, ist dies noch viel gravierender. Die Gemeinde oder der Kanton bezahlt in diesem Fall 38.40 Franken pro Tag. In der Pflegestufe 2 wären es 1.95 Franken – also fast 20-mal weniger! Das sind ungerechtfertigte Mehrkosten von 13 304 Franken pro Jahr. Die Rechnung ist schnell gemacht. Ob Krankenversicherer oder öffentliche Hand, das Sparpotenzial ist erheblich.

Wie kann eine falsche Einstufung entstehen?

In der Hektik können Fehler passieren. Zum Beispiel werden Leistungen zur Betreuung der Bewohner als Pflegeleistungen verrechnet oder die Umstufung, nach Verbesserung des Gesundheitszustandes, geht vergessen. Es kommt vor, dass Leistungen verrechnet werden, die nicht dokumentiert sind. Manchmal bestehen aber auch einfach Wissenslücken beim Pflegepersonal.

Qualität der Pflege bleibt unangetastet

Auch wenn eine falsche Pflegestufe korrigiert wird, ändert sich nichts an der Qualität der Pflegeleistung. Die Einsparungen werden also nicht auf dem Buckel der Bewohnerinnen und Bewohner ausgetragen. Umso wichtiger ist es, dieses Sparpotenzial gezielt zu nutzen.

Kontrolle der Pflegeeinstufung durch den RVK

Der RVK hat sich der Problematik angenommen und ein System entwickelt, um die Pflegeeinstufungen bei den Heimen vor Ort zu kontrollieren. Die Dienstleistung «Pflegestufen-Controlling» ist dem Case Management angegliedert. Unsere erfahrenen und gut ausgebildeten Case Managerinnen überprüfen die jeweiligen Pflegestufen. Wird ein Fall beanstandet, erstellen sie eine schriftliche
Stellungnahme. Diese basiert auf einer systematischen Punkt-für-Punkt-Überprüfung und wird sowohl dem Auftraggeber als auch der Heimleitung offengelegt. Aufgrund der genauen Faktenlage kann anschliessend die Umstufung vollzogen werden.

Nutzen für die Auftraggeber

Die Versicherer und die öffentliche Hand profitieren von mehreren Vorteilen:

  • Kosteneinsparung ohne Qualitätsminderung
  • Korrekt eingestufte Bewohner
  • Signalwirkung für die Heime und daraus länger anhaltender Effekt für die Zukunft
  • Signalwirkung gegen aussen, dass man sich der Problematik annimmt
  • Wissenslücken seitens der Heime werden geschlossen
  • Einhaltung Datenschutz (dank Fallführungssystem CaseNet)

Aktuell führt der RVK mit einzelnen Versicherern sowie Gemeinden und Kantonen, im Rahmen eines Pilotprojekts, Pflegestufen-Controllings durch. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden danach in die Weiterentwicklung der Dienstleistung einfliessen.

Thomas Lustenberger

Thomas Lustenberger

Key Account Manager

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